Aktuell 3/2005

Alterseinkünftegesetz

In VA-Aktuell 2/2005 wurde die Steigerung des verfügbaren Einkommens aufgrund des neuen Sonderausgabenabzugs und der Wegfall der Ertragsanteilbeisteuerung der Rentner ab 2005 untersucht. Diese Ausgabe analysiert nun die Minderrente durch die zusätzlichen Belastungen der Rentner ab 2005 und stellt einen Belastungsvergleich von Aktiven- und Rentenphase an.

Steuerliche Belastung

Steuerliche Belastung

Die Schaubilder 1 bis 4 weisen die Minderrente aus, die durch die Belastung des Alterseinkünftegesetzes (AEG) ab 2005 entstehen. Maßgeblich für den Anteil der Rente, der der Besteuerung unterliegt, ist das Jahr des Renteneintritts. In der Übergangsphase bis 2040 gilt: Je später der Renteneintritt, desto höher der Belastungsanteil. Allerdings: Je später der Renteneintritt, desto länger profitiert ein Teilnehmer am progressiven Sonderausgabenabzug. Bei Renteneintritt im Jahr 2005 und früher beläuft sich der Besteuerungsanteil auf 50 % der Rente, im Jahr 2006 auf 52 %, im Jahre 2020 auf 80 % und im Jahr 2040 auf 100%. Die Schaubilder 1 bis 4 zeigen die Minderrente p.a. je Jahr des Renteneintritts gestaffelt nach Einkommensklassen. Sie differenzieren zwischen Alleinstehenden (Grundtarif - GT) und Verheirateten (Splittingtarif - SP) sowie Rentnern, die als Aktive als Angestellte bzw. Selbständige tätig waren.

Die stärkste Belastung (sh. Schaubild 5) ergibt sich für ledige Angestellte und Selbstständige in hohen Einkommensklassen.

Schaubild 1
Schaubild 1
Schaubild 2
Schaubild 2
Schaubild 3
Schaubild 3
Schaubild 4
Schaubild 4
Schaubild 5
Schaubild 5

Belastungsvergleich

Belastungsvergleich

Entscheidend für die Gesamtbeurteilung, wer vom AEG profitiert und wer nachteilig betroffen wird, ist der Belastungsvergleich. Er stellt die entlastende Wirkung des Sonderausgabenabzugs während der aktiven Phase der belastenden Wirkung der Besteuerung der Rente gegenüber. Der Vergleich erfolgt nominal, das heißt ohne Zins- oder Zinseszinsrechnung und ohne Dynamik. Er untersucht Renteneintritte zwischen 2005 und 2030 und unterstellt die gegenwärtige durchschnittliche Rentenbezugsdauer von 19,535 Jahren.
Während die Schaubilder 7 bis 10 Be- und Entlastungswirkung zahlenmäßig gegenüber stellen, zeigen die grafischen Schaubilder 11 bis 14 die Ergebnisse der Saldierung von Be- und Entlastung.

Schaubild 15 fasst zusammen: Gewinner sind verheiratete Selbstständige mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG), verheiratete Angestellte ab Einkommen oberhalb der doppelten BBG und ledige Selbstständige mit Renteneintritt ab 2025. Verlierer sind die ledigen Angestellten, es sei denn sie gehen nach 2025 in Rente und haben sehr hohe Einkünfte. Generell gilt: Je höher das Einkommen und je später der Renteneintritt, desto günstiger. Die Reform ist also besonders in der Übergangsphase sozial unausgewogen.
Wer als Aktiver das Mehr an Einkommen konsumiert, wird als Rentner nur die negative Seite des AEG erfahren. Eine Balance zwischen Mehreinnahmen durch Minderbesteuerung und Wenigereinnahmen durch Mehrbesteuerung ergibt sich nur durch Investition der freigewordenen Mittel in zusätzliche Altersvorsorge. Zu empfehlen sind dabei aufgrund der erweiterten Möglichkeit des Sonderausgabenabzugs Zuzahlungen zur Versorgungsanstalt nach § 23 Abs. 4 a) der Satzung. Dabei sollten Sie aber bedenken, dass für den Sonderausgabenabzug der Zeitpunkt der Zahlung (In-Prinzip) und nicht das Jahr maßgeblich ist, für das Sie zuzahlen wollen.


Schaubild 6
Schaubild 6
Schaubild 14
Schaubild 14
Schaubild 13
Schaubild 13
Schaubild 12
Schaubild 12
Schaubild 11
Schaubild 11
Schaubild 10
Schaubild 10
Schaubild 9
Schaubild 9
Schaubild 8
Schaubild 8
Schaubild 7
Schaubild 7
Schaubild 15
Schaubild 15

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