23.11.2012 10:19 Alter: 8 yrs
Kategorie: News-Archiv

Tod des Ehrenpräsidenten Dr.med. dent. Gerhard Schütz


Die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte trauert um ihren langjährigen früheren Präsidenten, Dr. med. dent. Gerhard Schütz, der im Oktober 2012 im Alter von 84 Jahren verstarb.

Dr. Schütz begann früh, sich neben der Tätigkeit als niedergelassener Zahnarzt auch ehrenamtlich für den Berufsstand der Zahnärzte zu engagieren. Sein berufspolitisches Engagement und sein kritischer Geist waren in der Kreiszahnärzteschaft gefordert, deren Vorsitzender er 1960 wurde. Das Vertrauen der Kollegenschaft führte ihn 1965 zum Mitglied in die Vertreterversammlung der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart und in deren Vorstand sowie zum Mitglied in die Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer und der Hauptversammlung der Bundeszahnärztekammer.

Seine eigentliche berufspolitische Heimat hatte er im berufsständischen Versorgungswesen gefunden: Bereits 1970 wurde er von seiner Kammer in die Vertreterversammlung der Versorgungsanstalt berufen, die ihn im gleichen Jahr in den Verwaltungsrat wählte. Dort begann er, die Entwicklung der Versorgungsanstalt mit tatkräftigem Engagement und sachkundigem und fundiertem Diskussionsbeiträgen und Vorschlägen mit zu gestalten.

Daher wurde er bereits 1974 zum stellvertretenden Vorsitzenden und 1982 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats und Präsidenten der Versorgungsanstalt gewählt. Nach 16jähriger Tätigkeit kandidierte er nicht mehr für dieses Amt. Mit scharfem Verstand, politischem Gespür und profunder Sachkenntnis hat er auf der Grundlage seiner sozialpolitischen Wertvorstellungen die Versorgungsanstalt zu einem modernen Versorgungswerk entwickelt, das auch den Anforderungen in der Zukunft standhalten wird. Insbesondere hat er es immer wieder verstanden, einen fairen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen herzustellen. Damit hat er die hohe Akzeptanz der Versorgungsanstalt in der Kollegenschaft gesichert.

In die Zeit seiner Tätigkeit für die Versorgungsanstalt fielen so wichtige Entscheidungen wie die unbedingte Pflichtteilnahme für Niedergelassene, ein verbesserter Versorgungsschutz für den vorzeitigen Versorgungsfall, die Ergänzung des Deckungsstocks durch eine Sicherheitsrücklage, eine flexible Gestaltung des Altersruhegeldes und – zur langfristigen Sicherung der Dynamik der Renten und Rentenanwartschaften im versicherungsmathematischen System der Versorgungsanstalt – die Anbindung der individuellen Versorgungsabgabe an die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dr. Schütz war in der Bundespolitik ein hoch geschätzter Repräsentant der Baden-Württembergischen Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte. So war er von1985 bis 1996 Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Versorgungswerke für Zahnärzte und von 1985 bis 1988 Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen e.V. (ABV). Von 1984 bis 2004 war er Mitglied des Europa-Ausschusses der ABV; von 2000 bis 2004 dessen Sprecher. Herr Dr. Schütz hat wesentlich daran mitgewirkt, dass die berufsständischen Versorgungswerke im Sozialgefüge der Bundsrepublik verankert und auch auf europäischer Ebene integriert sind.

Tatkräftig hat er daneben von 1991 bis 2000 als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats die Gründung und den Aufbau des zahnärztlichen Versorgungswerks Sachsen verantwortlich unterstützt.

Die Ergebnisse seines vielfältigen und erfolgreichen Engagements führten zu zahlreichen Ehrungen durch Staat, Gesellschaft und Heilberufe. Er erhielt das Ehrenzeichen der Deutschen Ärzteschaft, die Goldene Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft und die Nieberle-Plakette der Landestierärztekammer. Der Bundespräsident verlieh ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er war Ehrenpräsident der Baden-Württembergischen Versorgungsanstalt und Ehrenmitglied der Landeszahnärztekammer Sachsen. In Anerkennung seiner Verdienste um die Alterssicherungssysteme für die freien Berufe in Deutschland und Europa erhielt er die Ehrenschale der Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen.

In den vielen Jahren seines ehrenamtlichen Wirkens in den Organen der Versorgungsanstalt vertrat Dr. Schütz die Interessen der Teilnehmer, ihrer Angehörigen und der Leistungsempfänger in verantwortungsbewusster Weise. Sein vorbildliches Engagement und seine hohen menschlichen Qualitäten waren für viele Kolleginnen und Kollegen Ansporn, ehrenamtliche Verantwortung zu übernehmen. Für den Standespolitiker und Menschen Dr. Schütz hatten Sozialpflichtigkeit und Fürsorge stets höchste Priorität.

Die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte verliert mit Dr. Schütz eine verdienstvolle Persönlichkeit. Sie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.