Wichtige persönliche Information zum Alterseinkünftegesetz

Das ab 2005 geltende Alterseinkünftegesetz regelt die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Alterseinkünften und Aufwendungen zur Altersvorsorge neu. Hierunter fallen auch die Versorgungsabgaben und Versorgungsbezüge der berufsständischen Versorgungseinrichtungen.

 

Nach dem Alterseinkünftegesetz wird die bisherige Ertragsanteilbesteuerung durch die nachgelagerte Besteuerung ersetzt. Der Übergangszeitraum begann bereits im Jahr 2005. Während ein Teil der Versorgungsabgaben von den aktiven Teilnehmern als Sonderausgaben geltend gemacht werden kann, werden Renten seit dem Jahr 2005 zu 50 % der Besteuerung unterworfen (vgl. hierzu VA-Aktuell 2 / 2004 bzw. 64. Versorgungsbrief S. 42).

 

Zugleich gibt es eine Sonderregelung, die sogenannte Öffnungsklausel (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 2 Einkommensteuergesetz), die für Sie einschlägig sein könnte. Diese sieht vor, dass Teile von Versorgungsbezügen, soweit sie auf geleisteten Versorgungsabgaben beruhen, welche oberhalb des Betrages des Höchstbeitrags zur Gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden, auf Antrag weiterhin in der Ertragsanteilbesteuerung verbleiben können. Dies ist für die Betroffenen günstiger, da der Ertragsanteil niedriger ist als der Anteil bei der nachgelagerten Besteuerung. Er beläuft sich z.B. mit Renteneintrittsalter 65 auf 18 %.

 

Voraussetzung für die Ertragsanteilbesteuerung ist, dass Versorgungsabgaben oberhalb des Höchstbeitrags zur Gesetzlichen Rentenversicherung bis spätestens 31.12.2004 für mindestens 10 Jahre gezahlt wurden. Der 10-Jahreszeitraum muss nicht zusammenhängend mit Abgaben belegt sein. Die Abgaben können beispielsweise auch bei der Gesetzlichen Rentenversicherung oder anderen berufsständischen Versorgungseinrichtungen entrichtet worden sein. Unserer Bescheinigung zur Öffnungsklausel können Sie entnehmen, ob bei Ihnen die vorgenannten Voraussetzungen aus der Abgabezahlung bei der Versorgungsanstalt vorliegen.

 

Im zutreffenden Fall können Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt eine anteilige Ertragsanteilbesteuerung ab dem Jahr 2005 beantragen, was auch für eventuelle Steuervorauszahlungen Auswirkungen haben könnte. Damit das Finanzamt ermitteln kann, in welcher Höhe Ihre Versorgungsbezüge der Ertragsanteilbesteuerung unterliegen, bitten wir Sie, unsere Bescheinigung zur Öffnungsklausel dem Antrag beizufügen.

 

Der auf der Bescheinigung mitgeteilte Prozentsatz zur Ertragsanteilbesteuerung bezieht sich auf Ihre von der Versorgungsanstalt monatlich geleisteten Versorgungsbezüge. Die mitgeteilten Prozentsätze sind von Änderungen der Punktwertentwicklung unabhängig und bleiben daher für die Dauer Ihres Bezugs von Versorgungsleistungen unverändert.

 

Die in einem Rentenbescheid gegebenenfalls ausgewiesenen versicherungsmathematischen Zuschläge bzw. Kürzungen (z.B. vorgezogenes Altersruhegeld, Kinderzuschläge, Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit) wirken sich auf die Berechnung des Prozentsatzes einer möglichen Ertragsanteilbesteuerung nicht aus. Die in der Berechnungsgrundlage ausgewiesenen geleisteten Versorgungsabgaben sind Grundlage der Ihrer Versorgungsleistung zugrunde liegenden Jahresleistungszahlen und können daher von den in den Abgabebescheiden ausgewiesenen Abgaben abweichen.

 

Informationen zu den persönlichen Auswirkungen des Alterseinkünftegesetzes und zur Ertragsanteilbesteuerung erteilen die Finanzbehörden. Gegebenenfalls wenden Sie sich bitte an Ihren Berater in Steuerfragen.

 

 

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